Freiburger Bündnis ruft zum Bildungsstreik auf

SchülerInnen und Studierendenvertretungen, Eltern, Gewerkschaften und viele Initiativen und Einzelpersonen wollen gemeinsam vom 15. bis zum 19. Juni gegen das derzeitige Bildungssystem protestieren und Alternativen aufzeigen.

Bereits fünfmal haben sich die am Bildungsstreik Interessierten bereits getroffen. Nachdem vom Schulstreik im November des letzten Jahres, an welchem bundesweit über 100 000 junge Leute auf die Straße gingen, in Freiburg kaum etwas zu spüren war, ist die große Anzahl der mitwirkenden Schülerinnen und Schüler eine besonders erfreuliche Entwicklung. „Im Juni wird unser Widerstand gegen das mehrgliedrige Schulsystem, das G8-Gymnasium und das undemokratische Bildungssystem endlich auch in Freiburg zu spüren sein“, zeigt sich die Schülerin Anja Wilde zuversichtlich.

Für den anstehenden Bildungsstreik kündigt Kai Waise, Student an der Albert- Ludwig- Universität an: „Die Abschaffung der Studiengebühren in Hessen hat uns vorgemacht, dass wir uns nicht auf die Politik und die angeblich unabhängigen Gerichte verlassen, sondern nur mit Protesten etwas erreichen können.“

Das Freiburger Bündnis unterstützt den bundesweiten Aufruf zum Bildungsstreik. Die Hauptforderungen darin sind:

• selbstbestimmtes Lernen und Leben statt starrem Zeitrahmen, Leistungsdruck und Konkurrenzdruck
• freier Bildungszugang und Abschaffung von sämtlichen Bildungsgebühren wie Studiengebühren, Ausbildungsgebühren und Kita-Gebühren,
• öffentliche Finanzierung des Bildungssystems ohne Einflussnahme der Wirtschaft unter anderem auf Lehrinhalte, Studienstrukturen und Stellenvergabe
• und Demokratisierung und Stärkung der Mit- und Selbstverwaltung in allen Bildungseinrichtungen.

„Mit diesen Forderungen stellen wir klar, dass unser Bildungssystem grundsätzliche Probleme hat, die nicht durch verkürzte oder in die falsche Richtung weisende Reformen gelöst werden können.“ erklärt Tobias Schumann vom bundesweiten Presseteam.

Die Vorbereitungsgruppe ruft alle Menschen, die etwas gegen die Missstände im derzeitigen Bildungssytem unternehmen wollen, dazu auf, sich in einem der offenen Vorbereitungsplena einzubringen. Diese finden jeden Montag um 18 Uhr im DGB-Haus in der Hebelstraße 10 statt.

Kommentieren