Sehr geehrte Damen und Herren,
wir haben festgestellt, dass es bei der Diskussion um die Teilnahme an der Demonstration diesen Mittwoch erhebliche Missverständnisse gab. Da unser Anliegen nicht ist, die Schulleitung oder die Eltern- oder Lehrerschaft zu provozieren, sondern im Gegenteil auch Sie in die Diskussion um ein besseres Bildungssystem einzubeziehen, möchten wir versuchen, hier einige dieser Missverständnisse zu klären:
1. Organisation der Demonstration
Die Demonstration am Mittwoch den 17.06. um 10:00 Uhr am Stadttheater ist eine angemeldete Demonstration. Sie können gerne zu uns Kontakt aufnehmen (siehe unten), wenn Sie fragen Sie Fragen zum Ablauf der Demonstration haben.
2.Aufsichtspflicht und Schulpflicht
Der „Bildungsstreik“ ist kein Streik im Rechtlichen Sinne, sondern das Wort wird in symbolischer Bedeutung für einen Protest benutzt. Wir wünschen uns, dass Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer an diesem Protest und insbesondere der Demonstration teilnehmen. Die Teilnahme an einer Demonstration während der Schulzeit ist rechtlich möglich: SchülerInnen können von ihren Eltern für diesen Tag freigestellt werden, womit die Schule keine Aufsichtspflicht hat und der Schüler entschuldigt fehlt. Auch kann die Schulleitung und Lehrerschaft unabhängig davon auf Sanktionen für fehlende SchülerInnen verzichten, eine Aufsichtspflicht für nicht anwesende Schüler besteht nicht.
Mit der gewählten Protestform soll die Wichtigkeit unseres Anliegens deutlich gemacht werden. Der einmalige Unterrichtsausfall erzwingt zum einen die Diskussion an den betroffenen Einrichtungen, zum anderen ist die Botschaft: unter diesen Bedingungen wollen wir nicht lernen, wir wollen, das sich die Zustände ändern. (Wobei hier nicht nur unmittelbare Probleme, wie der Zustand der Schulgebäude, sondern auch tiefer verankerte Missstände, wie die frühe und starke Selektion unseres Bildungssystems gemeint sind.)
3.Bildungsauftrag der Schule
Schulgesetz Baden-Württemberg §1
„(2) […] über die Vermittlung von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten hinaus ist die Schule insbesondere gehalten, die Schüler […] auf die Wahrnehmung ihrer verfassungsmäßigen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten vorzubereiten“
Es ist ein wichtiger Bestandteil unserer Demokratie, dass jeder Mensch aktiv an der politischen Debatte teilnimmt und seine Meinung nicht nur alle 4 Jahre bei Wahlen sondern auch bei Demonstrationen und in Diskussionen einbringt. Die SchülerInnen sollten in der Schule nicht lernen, dass solches Engagement bei der Organisation von Autoritätspersonen bekämpft oder bei der Teilnahme bestraft wird.
Der Diskussionsprozess, der durch eine Pflicht-Freisetzung der Schüler_innen (und Lehrer_innen) erreicht werden kann, erfüllt ebenso den Erziehungsauftrag, hat politische Auswirkungen und ist ein wertvoller Lernprozess für alle (einschließlich der Leitungsebenen).
Wir hoffen, dass es uns gelungen ist, Ihnen unser Anliegen näher bringen zu können und dass wir im besten Fall in Freiburg auch solche Nachrichten wie aus Berlin in der Frankfurter Rundschau (03.06.) lesen können:
„Die Präsidenten von zwei großen Berliner Universitäten haben erklärt, den bundesweiten Bildungsstreik zu unterstützen. Der Präsident der Technischen Universität Kurt Kutzler will zudem allen Beschäftigten freigeben, damit sie sich an der Demonstration beteiligen können.“
Jedenfalls würden wir uns freuen, wenn Sie den bundesweiten Protest im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen und zur Vermeidung weiterer Missverständnisse bei Fragen Kontakt zu uns aufnehmen.
Mit freundlichen Grüßen
Das Freiburger Bildungsstreikbündnis
Für Rückfragen stehen wir unter kontakt@bildungsstreik2009-freiburg.de jederzeit zur Verfügung.

Vielleicht hättet ihr im Vorfeld besser vermitteln sollen, was die Streikenden überhaupt für Ziele haben. Mal wieder ein Streik um des Streikens willen…
Sorry, aber das ist Murks, Pseudolus. Es ist diesmal im Gegensatz zu früheren Demos sehr klar, um was es geht.
@Jens: Aha…