Pressemitteilung 18.11.09 23 Uhr

Tag drei der Freiburger Bildungsproteste: kreativ und konstruktiv!

Während die Besetzung des Audimax andauert, haben sich hunderte von SchülerInnen der Freiburger Schulen und Studierenden der Freiburger Hochschulen weiter organisiert, um für ihre bildungspolitischen Forderungen zu kämpfen und mit einfallsreichen Aktionen öffentlich Aufmerksamkeit zu erregen.plenum-pano

Zur Mittagszeit zog eine Gruppe von “Bachelor-Zombies” durch die Lehrveranstaltungen der Universität und stellte dabei schaurig klagend die Missstände der Bachelorstudiengänge an den Pranger. Wenig später tauchten am Bertoldsbrunnen etwa 50 Studierende mit ihren Isomatten auf,  die sich beim Erklingen einer Sirene plötzlich niederlegten. Begleitend wurde ein Transparent mit der Aufschrift “Hier kommt die Bildung zum Erliegen” emporgehalten. Zudem wurde der Alltag vor dem mit Transparenten behängten KG II wiederholt durch lautstarkes Getöse unterbrochen, als die BesetzterInnen das Audimax mit Geschirr und Besteck klappernd verließen, um am Platz der Alten Synagoge auf ihren Protest aufmerksam zu machen.

Parallel lief die Auseinandersetzung der streikenden Studierenden mit den inhaltlichen und organisatorischen Ausmaßen des Protests während des ganzen Tages auf Hochtouren. So sind sich zwar alle BesetzerInnen einig in ihrem Unmut über die bisherige Bildungspolitik von Bund, Ländern und/oder Hochschulen, doch ist die Anforderung enorm, die teils sehr unterschiedlichen Interessen und Kritikpunkte im streng basisdemokratischen Verfahren auf Linie zu bringen. Statt von vorherein einen fertigen Katalog an Forderungen und Durchsetzungsstrategien zu präsentieren, stemmen die Studierenden derzeit die demokratische Höchstleistung, die Meinungen und Interessen vieler hundert am Protest teilnehmenden SchülerInnen und Studierenden zu koordinieren und angemessen zu berücksichtigen. In diesem Zuge entstanden neben dem mehrmals täglich stattfindenden Plenum mehrere Arbeitskreise, die sich unter anderem mit der Konkretisierung der bildungspolitischen Forderungen und Möglichkeiten zu deren Umsetzung auseinandersetzen, an der Vernetzung mit anderen Hochschulen und Bildungsträgern arbeiten und für die Kommunikation der Protestinhalte innerhalb und außerhalb der Universität sorgen.

Unterdessen ist das Verhältnis von den BesetzerInnen des Audimax und der Universitätsleitung weiterhin von gegenseitigem Respekt und Rücksichtnahme geprägt. Ein vom Plenum der BesetzerInnen ernanntes Dialogteam konnte erfolgreich in dem Raumkonflikt bezüglich einer   Juraklausur vermitteln, für welche die Universitätsverwaltung nun statt des Audimax´ Alternativräume zur Verfügung gestellt hat. Die BesetzerInnen begrüßen die Entscheidung des Rektorats, die Besetzung des Audimax zu tolerieren, auch wenn diese ausdrücklich nur vorläufig und unter bestimmten Auflagen ausgesprochen wurde. Entsprechend wollen die betreffenden Studierenden auch weiterhin mit der Universitätsleitung kooperieren und den konstruktiven Dialog suchen. Zugleich sind sie dennoch entschlossen, die Stellung im Audimax zu halten, bis ihre Forderungen Gehör finden.

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