
Studierende der PH Freiburg überreichen Rektor Druwe ihre Forderungen.
Die BesetzerInnen der PH Freiburg haben heute in einer Pressekonferenz die Forderungen, die sie in der letzten Woche im besetzten KG V erarbeitet haben, an die Hochschulleitung übergeben. Während über 400 Studierende und Dozierende an der Konferenz teilnahmen, glänzte der eingeladene Vertreter des baden-württembergischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) durch Abwesenheit. Die Einladung der Studierenden wurde mit der Begründung abgelehnt, dass die BesetzerInnen anderer Hochschulen sonst ja eventuell auch AnsprechpartnerInnen des MWKs anfordern könnten.
Einleitend wurden die Präambel und die Forderungen verlesen, anschließend fand ein rund zweistündiger Schlagabtausch zwischen ZuhörerInnen und der Hochschulleitung statt. Herr Rektor Druwe, Prorektor Nicolaus und Kanzler Büggeln übten sich darin, Schuld von sich zu weisen. Ministerien, Landtag, Fakultäten und Institute seien die richtigen Ansprechpartner für unsere Forderungen. Nach der Veranstaltung teilten viele der Anwesenden die Meinung, dass die Hochschulleitung der PH offensichtlich kein geeigneter Ansprechpartner für Studierende ist.
Die Hochschulleitung ist anscheinend zwar ständig damit beschäftigt, für Verbesserungen zu werben, kann aber laut Druwe keine eindeutigere Position beziehen und ist auch sonst ständig durch „Strukturbedingungen“ eingeschränkt – „Ich verstehe ihre Frustration, aber schauen sie sich die Realität mal an“.

Rektor Ulrich Druwe
Er wünschte den Studierenden zwar viel Glück bei ihrem Protest: „Streiken Sie, protestieren Sie und ich wünsche Ihnen viel Glück, in unser aller Interesse“. Er war sich aber auch sicher, dass diese „Symbolpolitik“ zwar Zustimmung bewirken kann, jedoch keine Wirkungen auf die Realität hat. Nebenbei stellte Herr Druwe allgemein das politische Engagement der Besetzenden in Frage und erklärte, dass Politik nicht in der Öffentlichkeit, sondern hinter geschlossenen Türen stattfinde. Professoren die sich äußerten und den Protest der Studierenden unterstützten, wurden mit inhaltslosen Belehrungen, dass sie es doch besser wissen müssten, abgewiesen: „Wenn wir das so machen wie Sie es fordern, sind wir danach tot“.
Die Forderung einer Verfassten Studierendenschaft lehnte Herr Druwe entschieden ab (womit er selbstverständlich, wenn auch nur implizit, das reaktionäre Verbot der Filbinger Regierung von 1977 rechtfertigte). Studiengebühren hingegen fanden die Unterstützung des Rektors.
Das Rektorat ist offenbar nicht bereit ist, die Interessen und Forderungen der Studierenden zu vertreten, obwohl es Aufgabe der Hochschulleitung wäre. Das Plenum beschloss außerdem, die Unzufriedenheit mit dem Rektorat in neue Aktionen und Protestformen einfließen zu lassen.