Die BesetzerInnen begrüßen die ausführliche Stellungnahme als Grundlage für weitere Diskussionen. In vielen Dingen wird Handlungsbereitschaft durch das Rektorat signalisiert. Allerdings gibt die Stellungnahme den BesetzerInnen auch Anlass zu Kritik.
„Zunächst einmal ist festzuhalten, dass sich ein Rektorat selten so ausführlich und öffentlich zu diesen zentralen Punkten von Studium und Lehre geäußert hat. Eine solche Stellungnahme ist für uns eine notwendige Voraussetzung für die weiterführenden Diskussionen“, sagt Clemens Weingart zu Beginn der Pressekonferenz .
Bei vielen Punkten hat das Rektorat den Studierenden in seiner Stellungnahme Recht gegeben und Umsetzung versprochen, bzw. versprochen sich bei den zuständigen Stellen (z.B. beim Land Baden-Württemberg) um die Umsetzung der Forderungen zu bemühen.
„Einerseits wurde erstmals öffentlich von der Hochschule zugegeben, dass die Hochschulen unterfinanziert sind und sie allmählich an ihre Belastungsgrenzen stoßen. Andererseits wurde Verbesserungsbedarf bei den Bachelor- und Masterstudiengängen zugegeben“, äußert sich Tania Strützel zufrieden.
Trotzdem kommen die BesetzerInnen auch nach der Stellungnahme nicht ganz ohne Kritik aus. So monieren die Studierenden beispielsweise, dass das Rektorat auf einige Forderungen gar nicht oder nur ausweichend eingegangen ist und dass es versucht eine künstliche Trennung zwischen StudierendenvertreterInnen in den universitären Gremien und der Besetzung herzustellen.
Thomas Seefried merkt des Weiteren an: „Zwar sagt das Rektorat unmissverständlich, dass Studienverzicht und Studienabbruch, bzw. Beeinträchtigung des Studiums aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten auch im Einzelfall nicht akzeptabel seien. Wenn es aber gleichzeitig behauptet, Studiengebühren führten nicht zu sozialer Selektion, obwohl die von ihm zum Beweis zitierten Studien gerade das Gegenteil empirisch belegen, macht es sich unglaubwürdig.“
An einigen Punkten besteht also aus Sicht der Studierenden noch Nachbesserungsbedarf in der Stellungnahme. In der Zukunft wird aber der Dialog zur konkreten Umsetzung im Vordergrund stehen. Dabei ist die Stellungnahme des Rektorates ein wichtiger Anhaltspunkt für die Studierenden. „Wo das Rektorat uns Änderungsbereitschaft und Unterstützung zugesagt hat, werden wir es beim Wort nehmen, dort wo es nicht antwortet oder uns widerspricht werden wir nachbohren. Unsere Arbeit hat nicht mit der Ausarbeitung der Forderungen aufgehört, sie beginnt jetzt erst mit der Umsetzung“, kommentiert Henrike Hepprich das weitere Vorgehen.
Abschließend fordern die BesetzerInnen das Rektorat zu einer vollständigen Stellungnahme auf, wo dies noch nicht geschehen ist und laden das Rektorat zu einer erneuten Diskussion im Audimax im Januar ein.
Anhang: Ausführliche Kritikpunkte zu der Stellungnahme.
Diese PM mit Anhang als PDF: 091209_pm_resonanz-auf-stellungnahme
