1. Mai 2010: Hinein in den bildungspolitischen Block!

Aufruf:
„Bildungshürden sprengen!“
Das Bildungspolitische Referat des UStA der PH Freiburg ruft für den 1. Mai 2010 zur Demonstration „Wir ehen vor! Gute Arbeit. Gerechte Löhne. Starker Sozialstaat.“auf!
Die zunehmende Ausrichtung auf ihre wirtschaftliche Verwertbarkeit betrifft alle Lebensbereiche. Hartz IV, Stechuhren, Hungerlöhne, Abschiebungen, Ausbildungsplatzmangel oder die Selektion an Bildungseinrichtungen.
All dies sind nur einige Kennzeichen unserer derzeitigen Gesellschaft. Einer Gesellschaft, in der nicht die Menschen und ihre Bedürfnisse, sondern ihre Verwertbarkeit im Mittelpunkt stehen. Auch die derzeitigen Zustände in Bildungsinstitutionen sind nicht länger hinnehmbar.
Darunter leiden Schüler_innen, Studierende, Lehrkräfte und Eltern gleichermaßen. Der akute Lehrer_innenmangel führt zu überfüllten Klassen und Ausfallstunden. Lehrmittelknappheit grassiert darüber hinaus an den Schulen. Überfrachtete Lehrpläne und Notenzwang verschärfen den Druck für Schüler_innen und Lehrkräfte. Ja, auch die Lehrenden sind von dieser Misere betroffen. Nach einer ungenügenden Ausbildung werden sie oft in unsichere Beschäftigungsverhältnisse gepresst. Das mehrgliedrige Schulsystem und mit ihm die Selektion nach der vierten Klasse entfernt uns weiter von dem Ziel einer Schule für alle und manifestiert soziale Ungleichheit. Die gesellschaftlichen Rollen, in die die Schüler_innen in Schulen gedrängt werden, reproduzieren Leistungsdruck und Konkurrenzverhalten, weisen ‚Verlierer’- bzw. ‚Gewinnerrollen’ zu und verbauen somit gleiche Chancen für alle. Wir sehen uns konfrontiert mit dem Abbau des Bildungssystems auf allen Ebenen zugunsten von Einsparungen oder kurzfristigen Profiten, während Bildungsgebühren
zunehmen und für viele unbezahlbar werden. Somit werden Bildungshürden aufgebaut, die meist jene Menschen zu Fall bringen, deren Startchancen schon
schlechter sind. So dienen die Bildungseinrichtungen zur Reproduktion der bestehenden, ungerechten Verhältnisse. Mangelnde Mitbestimmungsmöglichkeiten in allen Lebensbereichen hindern uns daran, diese Missstände dort zu bekämpfen, wo sie entstehen. Wir sind gefangen in einem Bildungssystem, das sich nur nach den Gesichtspunkten des Marktes ausrichtet. Effizienz und Konkurrenz steht dabei im Vordergrund. Auf selbstständig denkende, sozial kompetente Menschen kommt es dabei nicht an. Freies und selbstbestimmtes Leben und Lernen bleiben somit auf der Strecke. Bildungseinrichtungen werden von Orten des Lebens, zu industriellen Fertigstellungsbetrieben zweckentfremdet. Wer unter diesen Umständen die Notwendigkeit von Protesten leugnet, verschließt die Augen vor der Realität. Wir können und wollen nicht wegsehen und schweigen. Darum rufen wir dazu auf:
Hinein in den bildungspolitischen Block!
BILDUNGSHÜRDEN SPRENGEN!!!

DEMO 1. Mai 2010, 11 Uhr, Stühlinger Kirchplatz, Freiburg

2 Kommentare zu „1. Mai 2010: Hinein in den bildungspolitischen Block!“

  1. [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Petra, Petra und Landtagswahl NRW, Detlef Müller erwähnt. Detlef Müller sagte: 1. Mai 2010: Hinein in den bildungspolitischen Block! (Bildungsstreik): Aufruf: „Bildungshürde… http://bit.ly/crIIkC #Sozialabbau #Hartz4 [...]

  2. Helmut Lang sagt:

    flyer-Werbung a 5 beim Bildungsstreit am 9.06.10
    Bin mit allen Punkten Ihrer Streikformulierung einverstanden bis auf den den 2.Punkt
    “Überwindung der sozialen Auslese. Im Prinzip stimme ich auch hier zu. Was mich
    als Steuerzahler interessieren würde, was geben Sie nach Jobfindung unserer Gesell-
    schaft zurück ? Kostenloses Studium und die Mediziner z.B. verschwinden ins Ausland
    und in den Provinzen fehlen die sog.”Großmäuler”, weil sie in den Städten und auch
    im Ausland mehr verdienen. Und dafür soll ich als Steuerzahler aufkommen ? Wie stellt
    Ihr Euch denn das vor – das ist reiner Opportunismus! (Nicht bei allen – aber bei einem
    Großteil. Ansonsten alles o.k.

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